Verification of CBAM Emissions

Durchgestochener Entwurf: Gesetzentwurf zu Prüfprinzipien im Rahmen des CBAM

Die Verifizierung von CBAM-Daten aus der Lieferkette ist ein zentraler Bestandteil des EU CO2-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM). Akkreditierte externe Prüfer validieren die von den Herstellern vorgelegten Emissionsdaten, sodass EU-Importeure ihre jährlichen CBAM-Erklärungen und die damit verbundenen CBAM-Kostenberechnungen auf tatsächlichen Daten statt auf kostspieligen Standardwerten basieren können.

Dieser Artikel fasst die Verifizierungsgrundsätze und -methoden zusammen, die in einem durchgesickerten Entwurf der EU-Kommission für eine bevorstehende Durchführungsverordnung dargelegt sind. Die Vorschläge sind eng an die Praktiken des EU-Emissionshandelssystems (EU ETS) und den aktuellen CBAM-Regeln angelehnt, der Entwurf bleibt allerdings vorläufig und wird im laufenden Gesetzgebungsprozess wahrscheinlich weiter angepasst werden.

Zwei zentrale CBAM-Verordnungen noch ausstehend

Zwei zentrale Durchführungsverordnungen für die Verifizierung unter CBAM stehen noch aus, deren Verabschiedung für die operative Umsetzung des CBAM entscheidend ist. Die erste Verordnung wird regeln, wer als akkreditierter Prüfer tätig werden darf, und die Anforderungen für deren Zulassung und Registrierung festlegen. Die zweite, deren Entwurf nun geleakt wurde, wird detaillierte Prüfprinzipien, Verfahren und Arbeitsabläufe festlegen. Ursprünglich waren beide Verordnungen für Ende 2024 vorgesehen, wurden aber verschoben. Klarheit über diese Regeln ist für Importeure, Produzenten und Compliance-Teams von entscheidender Bedeutung, da sie die Grundlage für die Zulassung, das Risikomanagement und die operative Struktur der Verifizierungen bilden.

Allgemeines Prüfverfahren

Die Methoden zur Verifizierung orientieren sich weitgehend an denen des EU ETS und schaffen so eine einheitliche Wettbewerbsbasis für EU- und Nicht-EU-Produzenten hinsichtlich der CO2-Bepreisung:

  • Nicht-EU-Produzenten erfassen und melden Emissionen nach standardisierten CBAM-Methoden.
  • Prüfer führen Risikoanalysen, vor Ort oder virtuelle Betriebsbesuche sowie detaillierte Datenprüfungen durch.
  • Wesentliche Falschangaben oder Nichtkonformitäten mit CBAM-Regeln führen zum Versagen der Verifizierung und schließen diese Daten von den CBAM-Meldungen der Importeure aus.
  • Unwesentliche Mängel müssen vor der Ausstellung des endgültigen Prüfberichts korrigiert werden.

Die Prüfung ist für jeden Berichtszeitraum erforderlich, typischerweise jährlich. Positive Berichte oder solche mit geringfügigen, behobenen Mängeln können von Importeuren für ihre jährliche CBAM-Erklärung verwendet werden.

Vor-Ort- und virtuelle Betriebsbesuche

Für den ersten Berichtszeitraum der endgültigen CBAM-Anwendung im Jahr 2026 ist für jede Anlage, die CBAM-Güter produziert, eine vor-Ort-Prüfung durch einen akkreditierten Prüfer erforderlich. Ab dem zweiten Berichtszeitraum muss eine vor-Ort-Prüfung mindestens alle zwei Berichtsperioden erfolgen. Dazwischen können Besuche virtuell durchgeführt oder unter bestimmten Voraussetzungen ganz entfallen, sofern entsprechende Bedingungen erfüllt sind: geringes Risiko für Falschangaben, keine wesentlichen Änderungen am Produktionsprozess oder im Monitoringverfahren sowie umfassende Dokumentation des Produktionsgeschehens.

Vor-Ort-Besuche dürfen niemals für zwei aufeinanderfolgende Berichtsperioden ausfallen. Ausnahmen gelten jedoch bei schwerwiegenden, außergewöhnlichen und unvorhersehbaren Ereignissen (z. B. Katastrophen oder Grenzschließungen), bei denen ein virtueller Besuch als Ersatz zulässig ist, sofern die Risikoanalyse des Prüfers dies unterstützt und die vorhandene Dokumentation des Produktionsgeschehens ausreichend ist.

Materialitätsstufen

Materialitäts-Schwellenwerte definieren die Grenzen für tolerierbare Fehler in den Emissionsdaten. Der Grenzwert liegt bei 5 % pro KN-Code, entweder für die gesamten spezifischen eingebetteten Emissionen oder für die spezifische kostenlose Zuteilung. Geringfügige Ungenauigkeiten unterhalb dieser Schwellen gelten nicht als Grund für ein Versagen der Verifizierung. Allerdings können Prüfer ihr Fachwissen nutzen, um unwesentliche Sachverhalte zu identifizieren, die kumuliert zu einem Überschreiten der Materialitätsgrenze führen.

Standardwerte und Berichtsketten

Gemäß dem Entwurf ist eine Verifizierung grundsätzlich auch dann möglich, wenn für Teile der CBAM-Lieferkette Standardwerte verwendet werden, insbesondere für Vorprodukte, wenn keine tatsächlichen Daten vorliegen. Der Prüfbericht muss alle relevanten Details dokumentieren, darunter KN-Codes, Herkunftsland und verwendete Standardwerte, um die Prüfkette zu erhalten. Die Verwendung von Standardwerten schließt die Berechtigung zur Nutzung der geprüften Emissionsdaten für CBAM-Erklärungen also nicht aus, sofern die Informationsanforderungen erfüllt sind.

Was muss in einem CBAM-Prüfbericht enthalten sein?

Der CBAM-Prüfbericht ist standardisiert und enthält alle Datenpunkte, die für die Angabe der tatsächlichen Emissionswerte in den jährlichen CBAM-Erklärungen der Importeure erforderlich sind. Die Prüfberichte beinhalten unter anderem:

  • Identifikation von Betreiber und Prüfer
  • Protokolle der Betriebsbesuche und Zusammenfassungen des Monitorings
  • Berechnungen direkter und indirekter Emissionen
  • KN-Codes und detaillierte Produkt- und Prozessdaten
  • Herkunftsbestimmungen und CBAM-Benchmark

Zudem müssen wesentliche Falschangaben oder Nichtkonformitäten mit CBAM-Regeln, ergriffene Korrekturmaßnahmen, offene Mängel und Empfehlungen zur Verbesserung der zukünftigen Datenqualität offengelegt werden. Dies ermöglicht sowohl regulatorische Sicherheit als auch kontinuierliche Verbesserung.

Alle Prüfberichte müssen künftig über eine standardisierte elektronische Vorlage eingereicht werden, die von der Europäischen Kommission bereitgestellt und über das CBAM-Register zugänglich sein wird. Dieses digitale Format ermöglicht es automatisierten Lösungen wie carboneer’s cbam.hub geprüfte CBAM-Daten direkt aus den Lieferketten der Importeure abzufragen und so die Einreichung der CBAM-Erklärungen zu vereinfachen.

Ausblick

Obwohl die oben genannten Regeln aus einem geleakten Entwurf stammen und voraussichtlich noch angepasst werden, zeigen sie die aktuelle Richtung und entsprechen den Erwartungen von CBAM- und EU-ETS-Experten. Nun ist die EU-Kommission gefragt, die überfälligen Durchführungsverordnungen zur Emissionsüberwachung, Berichterstattung und Verifizierung zu verabschieden, um CBAM weiter zu operationalisieren:

  • eine für die Berechnung der CBAM-Emissionen während der Regelphase ab 2026,
  • eine für die Akkreditierung der Prüfer,
  • eine für die Prüfprinzipien und -verfahren.

Die endgültige Verabschiedung ermöglicht es Prüfern und Produzenten sich effektiv auf die Regelphase vorzubereiten. Weiterhin können damit Engpässe bei der Verifizierung verringert werden, sodass weniger Importeure auf Standardwerte zurückgreifen müssten, womit sie ihre CBAM-Kosten unnötig erhöhen würden.